Prof. Strohms Forschungsschwerpunkte liegen in der Reformationsgeschichte. Neben den Reformatoren der zweiten und dritten Generation untersucht er insbesondere die Kulturwirkungen der Konfessionen in der Frühen Neuzeit auf dem Feld der Rechtswissenschaft. Von 2006 bis 2024 lehrte er in Heidelberg, zuvor an der Ruhr-Universität Bochum. Seit 2008 ist Prof. Strohm ordentliches Mitglied und seit 2010 Sprecher des Zentrums für Grundlagenforschung Frühe Neuzeit der Heidelberger Akademie der Wissenschaften. Seit 1. Januar 2017 leitet er die Forschungsstelle „Theologenbriefwechsel im Südwesten des Reichs in der Frühen Neuzeit (1550–1620)“. Die Laufzeit dieses vom Programm der Union der Akademien der Wissenschaften mit insgesamt 7.45 Millionen Euro geförderten Forschungsvorhabens beträgt 15 Jahre.

Prof. Strohm hat zahlreiche Einzelstudien zum Beitrag protestantischer Juristen zur Rechtsentwicklung der Frühen Neuzeit, zur Rezeption Luthers und anderer Reformatoren bei Juristen der Frühaufklärung, zur Bedeutung juristischer Fakultäten an protestantischen Universitäten und zu den Auswirkungen der konfessionellen Konkurrenz auf die kulturelle Entwicklung mit besonderem Beachtung der Rechtswissenschaften vorgelegt. Derzeit arbeitet er an einer Monographie über die in der Gegenwart besonders wichtig gewordene Aufgabe der kirchenhistorischen Forschung, die kulturellen Wirkungen des Christentums und hier insbesondere auf dem Feld der Rechtsentwicklung am Beginn der westlichen Moderne zu klären.

Daneben hat das oben erwähnte Forschungsvorhaben zu Theologenbriefwechseln in der Frühen Neuzeit als Ziel die möglichst vollständige Erfassung sämtlicher Korrespondenzen der leitenden Geistlichen und Theologieprofessoren von drei relevanten Territorien bzw. Universitäten (Württemberg, Heidelberg und Straßburg). Hierbei geht es wesentlich um die Analyse der Rolle von Theologen bei der Konfessionalisierung und Säkularisierung im Zusammenhang der frühmodernen Territorialstaatsbildung. Die Etablierung eines Korrespondenzkorpus soll die Grundlage schaffen, die Beziehung von Theologen zu Fürsten und weltlichen Obrigkeiten im Vergleich zu der von Juristen zu erforschen. 

Thematisch relevante Veröffentlichungen der letzten 5 Jahre:

• Kulturwirkungen des Christentums? Betrachtungen zu Thomas Karlaufs Stauffenberg und Jan Assmanns Totaler Religion, Tübingen 2021. 

• Hg. (im Auftrag der Heidelberger Akademie der Wissenschaften), Theologenbriefwechsel im Südwesten des Reichs in der Frühen Neuzeit (1550–1620). Kritische Auswahledition, Bd. 2: Kurpfalz I (1556–1583) (Quellen und Forschungen zur Reformationsgeschichte, 99), Gütersloh 2022; Bd. 3: Straßburg I (1549–1577) (QFRG 109), 2024.

• Reformation und Recht. Grundentscheidungen reformatorischen Kirchenrechts, in: Michael Beyer/Martin Hauger/Volker Leppin (Hg.), Ausstrahlung und Widerschein. Wahrnehmung und Wirkung der Wittenberger Universität im Europa des 16. Jahrhunderts, Leipzig 2023, 249–275.

• Luther, Melanchthon, Bucer und die reformierte Reformation. Ausgewählte Studien (Spätmittelalter, Humanismus, Reformation, 137), Tübingen 2023.

• Religion, Recht und Säkularisierung in der Frühen Neuzeit. Zur kulturellen Signatur der westlichen Christenheit, Heidelberg 2024.

• „Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist…“ Die kulturgeschichtliche Bedeutung von Bibeltexten als Aufgabe kirchengeschichtlicher Forschung, in: EvTh 85 (2025), 17–35.

• Der Beitrag des Ius publicum zur Einhegung konfessionell aufgeladener Konflikte, in: Kęstutis Daugirdas/Christian Volkmar Witt (Hg.), Konfession, Recht, Politik. Konfessionelle Prägungen, interkonfessionelle Dynamiken und politisch-rechtliche Einhegungen konkurrierender Sozialgestalten (Forschungen aus der Johannes a Lasco Bibliothek, 1), Stuttgart 2025, 165–185.

• Consonantia reformationis et studiorum humanitatis. Marquard Frehers Auslegung von Mt 22,21, in: Max Graff/Florian Schreiber (Hg.), Vom Suchen und Finden. Beiträge zur Erschließung und Erforschung spätmittelalterlicher und frühneuzeitlicher Quellen. Thomas Wilhelmi zum 70. Geburtstag, Sandersdorf-Brehna 2025, 349–365.

• The Importance of Epistolary Exchange for the Spread of the Reformation (with Special Attention to the Southwest of the Holy Roman Empire), in: Reformation & Renaissance Review 27:2 (2025), 95–114.

Siehe auch: https://www.theologie.uni-heidelberg.de/de/personen/christoph-strohm

Arbeitsbereich:

III. Theologie und Rechtswissenschaft

Projekte:

  • Weltanschaulich-konfessionelle Aspekte der Rechtsentwicklung in der
    Frühen Neuzeit